Bundeswehr-Karriere-Camp am Brocken – Nein, danke! Blogpost 2

Der Blog „Gegensätze“ beschäftigt sich mit einer möglichen Remilitarisierung des Flughafens Gütersloh. Als Zwischen-Kampagne wird es in den Monaten Februar bis Mai 2026 um  das geplante Karriere-Camp der Bundeswehr am Brocken gehen.

Im Mai 2026 will die Bundeswehr am Brocken im Harz ein Karriere-Camp abhalten. In diesem Blog werden die Vorbereitungen kritisch begleitet und über den sich formierende Protest berichtet.

Schon wenige Tage nach den ersten Meldungenin der 2. Januarhälfte zu den Bundeswehrplänen gibt es in der Region erste Initiativen gegen die Militär-Aktivitäten. Unter dem Titel „Protest gegen „Camp Brocken“: Petitionen gegen Bundeswehrpläne im Harz gestartet“ heißt es in der Volksstimme, Tageszeitung in Sachsen-Anhalt mit Sitz in Magdeburg: „Ein Bundeswehrcamp mitten im Nationalpark Harz? Die Pläne sorgen für massiven Unmut. Binnen weniger Tage wurden Tausende Unterschriften gegen das „Camp Brocken“ gesammelt.“

Quelle Volksstimme

Auf der Plattform change.org ist eine Petition eingerichtet worden, die vor allem den Tier- und Vogelschutz abzielt. „Diese Petition fordert, dass das geplante Camp der Bundeswehr nicht stattfindet, damit die sensible Vegetation des Harzes nicht durch unnötige Trittbelastungen zerstört  und die Brut- und Rückzugsorte hiesiger Vogel- und Tierarten nicht gestört werden.“ Am Sonntag, 15. Februar 2026 haben bereits über 11.500 Personen die Petition unterschrieben.

Quelle change.org

Auch vom  Verwaltungsrat des Nationalparks Harz wird das Vorhaben kritisch gesehen, laut „Land und Forst“, ein wöchentliches Magazin für Landwirtschaft und Forstwirtschaft in Niedersachsen, aus zwei Gründen:

  • „Während der Landkreis hinter der Werbeaktion steht, kommt aus der Verwaltungsspitze des Nationalparks Harz deutlicher Gegenwind. Aus Naturschutzgründen lehnt sie das geplante zweiwöchige Karrierecamp auf der Brockenkuppe ab.
  • Kritisch sieht die Nationalparkverwaltung auch das Verfahren. Nach ihren Angaben wurde sie über die Pläne der Bundeswehr nicht frühzeitig informiert, sondern „vor vollendete Tatsachen gestellt“.“

Quelle Land und Forst

Im Rahmen des Camps sind vor allem auch Hubschrauber-Landungen und Tiefflüge z. B. des Airbus A400 M vorgesehen. Was die Flugaktivitäten angeht, muss gar nicht auf spektakuläre Übungsflüge gesetzt werden. Im Rahmen des Kriegsalltags überfliegen die Region Harz und den Brocken mehrmals wöchentlich Maschinen der Royal Air Force. Von Brize Norton in England wird Kriegsgerät zum polnischen Flughafen Rzeszów, Hauptumschlagplatz für Waffen und Munition für die Ukraine, transportiert.

Über dem Brocken: Regelmäßiger Transport von Kriegsgerät für das Töten und Getötet-werden – Leistungs-Show für das Karriere-Camp? Quelle: Flightradar

Der nächste Blogpost erscheint am 01.März 2026.

Stand: 15. Februar 2026

2026 – Kriegstüchtigkeit / Bundeswehr-Karriere-Camp am Brocken – Nein danke!

Der Blog „Gegensätze“ beschäftigt sich mit einer möglichen Remilitarisierung des Flughafens Gütersloh. Anlass waren mehrere Visitationen des Geländes durch US-Militärs in den Jahren 2023-25. Möglicherweise standen die Besuche in Verbindung zu den zeitgleich bekannt gewordenen Plänen, neue amerikanische Mittelstreckenraketen in Deutschland zu stationieren. Während die US-Pläne offenbar durch den Amtsantritt des amerikanischen Präsidenten Trump in den Hintergrund gerückt sind, gehört das Areal nun zu jenen Liegenschaften, die unter der Prämisse einer Erlangung neuer Kriegstüchtigkeit von der Bundeswehr für eine Reaktivierung geprüft werden. Die Entwicklungen um das Areal bleiben im Blick.

Als Zwischen-Kampagne wird es in den Monaten Februar bis Mai 2026 um  das geplante Karriere-Camp der Bundeswehr am Brocken gehen. In der zweiten Januarhälfte ging es erstmals durch die Presse: Mitte Mai will die Bundeswehr  mit hohem logistischen und finanziellen Aufwand 14 Tage lang auf dem Brocken eine Riesen-Show organisieren. Das Ziel: Nachwuchsgewinnung für die Truppe, inklusive Präsentation der Luftwaffe. Inhalte: Geplant ist ein temporäres Stützpunktlager mit Einblicken in den Soldatenalltag, Karrieremöglichkeiten und sportlichen Tests.

Schon jetzt gibt es ersten Widerspruch gegen das Vorhaben: Der Nationalpark Harz sieht das Event aufgrund von Natur- und Tierschutzbedenken kritisch, insbesondere wegen geplanter Hubschrauberlandungen und Tiefflüge.

Doch auch in vielerlei anderer Hinsicht ist das Vorhaben kritisch zu betrachten.

Im Harz zeigen sich wie in wenig anderen Regionen so deutlich die Spuren des CO2-verursachten Klimawandels. Kilometerweit sind alle Bäume abgestorben. Ausgerechnet das Fossil-Monster Militär will hier inmitten einer zerstörten Landschaft seine neue große Leistungsfähigkeit präsentieren. Das moderne Militär ist eines der letzten Systeme, das vollständig auf fossiler Energie basiert. Fast alles Militärische ist energiehungrig:
Kampfjets → Kerosin, Panzer & LKW → Diesel, Kriegsschiffe → Schweröl / Diesel,
Drohnen, Generatoren, Basen → fossile Energie + Strom.

Quellen:

NDR, 29.01.2026: Trotz Kritik: Bundeswehr hält an Karrierecamp auf dem Brocken fest

Wie fragwürdig die Planungen der Bundeswehr auch aus vielen anderen Gründen ausgerechnet im Harz, bzw. am Brocken sind, wird Gegenstand der Blogbeiträge der nächsten Wochen sein.

Keine Landeerlaubnis für Militärmaschinen – der ehemalige Flughafen Gütersloh.

Seit Mai 2023 gibt es Hinweise, dass der ehemalige Flughafen Gütersloh erneut militärisch genutzt werden soll. Laut lokaler Medien prüft das US-Militär angesichts des Krieges in der Ukraine, neue militärische Kapazitäten in der Region aufzubauen. Ab Oktober 2023 erhalten Sie hier Einschätzungen, Hintergründe und aktuelle Nachrichten zu den weiteren Entwicklungen.

Stand: 1. Februar 2026